Entwicklung der Menschheit

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Seite 11

Regierung

 Ein großes Problem blieb, trotz aller sonstigen Erfolge, die Bildung von Regierungen.
Während das in Diktaturen keinerlei Schwierigkeiten machte
(man hatte ja das Militär),
war das nun in der sogenannten Demokratie schon schwieriger.

Nichts war so unberechenbar wie das Volk.

Es wurde also durch eine Kommission zunächst ein sogenanntes Grundgesetz erlassen,
an dem sich alle anderen Gesetze auszurichten hatten.
Man schrieb in dieses Grundgesetz zwei wesentliche Passagen,
die unvoreingenommen betrachtet, sogar sinnvoll schienen.

Alle Macht geht vom Volke aus!
(Spötter sagen...und kehrt nie wieder zurück)

und....

Die Parteien wirken bei der politischen Meinungsbildung mit.
(Tatsächlich aber wirken sie nicht mit, sie haben die politische Meinungsbildung zum Eigentum erklärt, und wehe es will sonst noch jemand "mitwirken")

Das stellte nun aber die Parteien
(oder besser die Führungscliquen in den Parteien )
vor Probleme.

Hatte man einmal die Mehrzahl der Wählerstimmen durch unseriöse
Versprechungen und unhaltbare Zusicherungen erlangt,
wollte man doch nicht durch so etwas primitives wie eine nächste Wahl
auf die gewonnene Macht wieder verzichten.
Was also war zu tun?

Zunächst mußten Minderheiten daran gehindert werden, ihrerseits auch mitzureden.
Wo käme man auch hin, wenn nun plötzlich jeder eine Partei gründen konnte,
und womöglich noch in den Bundestag käme.
Man erfand die 5% Klausel,
damit war schon einmal ausgeschlossen,
daß dieses Politgemüse zu sehr wucherte.
Sollten die doch erst einmal ein paar Jahre Knochenarbeit leisten, anstatt schon zu Allem und Jedem eine Meinung äußern zu wollen.

Sodann wurden die Wahlgesetze so gefaßt, das eine Partei mehr Abgeordnete bekam,
als ihr eigentlich zustand.
Das Überhangmandat war erfunden worden.

Außerdem sorgten die jeweiligen Parteioberen auch noch dafür,
daß sie selbst nicht abgewählt werden konnten.

Wie? Ganz einfach.
Wurde jemand als Direktkandidat aufgestellt, so kam er gleichzeitig
auf den ersten Listenplatz.
Dadurch war es ausgeschlossen, daß etwa die dummen Wähler einen
Kandidaten nicht wählen konnten.
Machten sie ihr Kreuz nicht bei dem Aspiranten,
weil sie ihn für ungeeignet hielten, so mußten sie später feststellen,
daß er doch sein Amt wieder einnahm,
weil er ja mit seinem Listenplatz gar nicht abgewählt werden konnte.
Ganz schön raffiniert!

Die Regierenden arbeiteten hart daran, den Wählerinnen und Wählern
durch ihr Verhalten in den Führungsämtern immer wieder klar zu machen,
daß es dummdreist und überheblich sei, wirklich mitbestimmen zu wollen.
Dazu gehörte schon Herrschaftswissen über das sie nicht verfügten.

Ließ man Volksentscheide zu und entschied das Volk nicht im Sinne der Politiker,
so machte man flugs ein Gesetz, das die alten Machtverhältnisse wieder herstellte.

Schließlich hatten sie es geschafft, die Wahlbeteiligung in der Bevölkerung
soweit zu minimieren, daß von dieser Seite keine Gefahr mehr drohte.

Logisch gedacht!

Wenn weniger zur Wahl gehen, kann man den Rest unter sich ausmachen.
So kam es also, daß ein Land eine Regierung erhielt, bei der
-trotz gegenteiliger Beteuerung-
bestenfalls 15% des Wahlvolkes die eigentliche Entscheidung für eine Partei getroffen hatte.
Trotzdem wurden die Gewählten nie müde zu behaupten,
sie hätten bei der Wahl die Mehrheit errungen.

Für die Zukunft läßt sich schlecht die weitere Entwicklung voraussagen.
Die jeweils Herrschenden sind bemüht, sich selbst großzügig abzusichern.
Dafür fehlendes Geld holt man sich beim Volk, wie könnte es auch anders sein.
Man ist also gar nicht so weit vom Ursprung entfernt, nur daß heute die Herrschenden
schneller wechseln
(Sie erinnern sich, die Demokratie!)
und damit mindestens ebensoviel Geld verplempert wird, wie zu früheren Zeiten.

Aus diesem Grunde wird die Menschheit wohl noch einige Zeit................................

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