Entwicklung der Menschheit

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Seite 3

Es war doch zu dumm
Jeden Abend mußte der neue Adam sich einen Baum suchen,
der für die Herrichtung einer Liegestatt für die Nacht geeignet war.
Das Bauen eines Nestes aus immer wieder neuen Zweigen war lästig.
Irgend jemand mußte doch da einen Ausweg finden.

Relativ schnell kam man auf die Idee,
daß es sich eben so gut, wenn nicht besser,
auf dem Boden übernachten ließ.  Allerdings hatte das Ganze einen Haken.
Plötzlich merkte man, daß die Feinde, die Affenfleisch
bevorzugten, hier einen leichten Zugriff hatten.

Die Idee eines Wachdienstes entstand.

Natürlich wußte noch niemand, daß man dafür Jahrtausende
später die Bezeichnung *Soldaten* verwenden würde.
Die Körperhaltung jedoch würde sich nur unwesentlich verändert haben.

Krieger
Soldat

Die ganze Entwicklung spielte sich bis dahin in Großfamilien ab.
Da die Erde nur spärlich bevölkert war, konnte es mehreren
Generationen passieren, daß sie niemals ein Wesen
der eigenen Gattung zu Gesicht bekamen.

Durch die verfeinerten Bewachungsmethoden jedoch
und durch die Entwicklung weiterer Waffen zum Erlegen
von Hirschen und anderen wohlschmeckenden Bratenlieferanten,
entwickelten sieh die Familienverbände schnell zu größeren Einheiten.

Zunehmend begegnete man Seinesgleichen ,
ohne sich als solche zu erkennen.
Nach Möglichkeit wurden bei solchen Begegnungen
die jeweils Anderen einfach erschlagen.
Das war auch die einfachste Lösung ,denn mit diesem Gesindel
konnte man sich nicht einmal verständigen.

Durch die verschiedenen Lebensbedingungen hatten sich
rein äußerlich recht unterschiedliche Adam-Typen entwickelt.
Einige hatten noch einen Teil ihres ursprünglichen Affenfells,
andere waren nur mit nackter Haut bekleidet.
Wieder andere waren durch ständigen Genuß von Lebertran
etwas aus der Form geraten, hatten Speck angesetzt.
Im Grunde jedoch gehörten sie alle zur gleichen Art.

Obwohl Adam und die Seinen schon eine ganze Menge Probleme gelöst hatten,
war Ihnen ein wirklich großer Erfolg noch nicht beschieden.
Der Grund war ganz einfach, es haperte an einer effektiven
Befehlsübermittlung.
Immer wieder wurde einer (oder auch mehrere) von Ihnen
von irgendwelchen Raubtieren erwischt, weil sie Gesten
und Hinweise falsch verstanden hatten.
Es wurde Zeit, eine gemeinsame Verständigung zu erarbeiten.
Die Ältesten, die zu dieser Zeit noch aufgrund ihrer Erfahrung
eine gewisse Wertschätzung erfuhren, machten sich daran,
für bestimmte wiederkehrende Ereignisse Laute zu bilden,
und den übrigen Mitgliedern der Familiengemeinschaft deren
Bedeutung begreiflich zu machen.
Es waren nur wenige tausend Jahre nötig,
und schon war die Sprache erfunden.


Die Sache hatte jedoch einen gewaltigen Nachteil.
Da niemand aus dem Familienverband
(man nannte ihn inzwischen Dorfgemeinschaft)
jemals außerhalb von Schlachten und Prügeleien mit Mitgliedern
einer anderen Dorfgemeinschaft zusammentraf,
entwickelten sich Tausende von Sprachen gleichzeitig
(oder etwas später) über die ganze Welt verteilt.

Natürlich war dies niemanden bekannt.
Keiner wußte etwas über die Welt, und hätte jederzeit abgestritten,
daß außer ihm (und den paar anderen unwichtigen Dorfbewohnern)
noch andere Lebewesen ähnlicher  Bedeutung existierten.

Anmerkung des Verfassers:
Jahrtausende nach dieser Entwicklungsstufe
(man nimmt sogar an, bis in die Neuzeit hinein)
hat sich nur an der Zahl der Sprachen etwas verändert.
Die Grundeinstellung blieb unverändert erhalten

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