Entwicklung der Menschheit

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Seite 4

Siegesfeier

Von nun an nahm die Entwicklung einen rasanten Lauf .
Das Ende der Herrschaft der körperlich Stärksten war nun endgültig besiegelt.
Jetzt kam es auf andere Fähigkeiten an.
Es herrschte Derjenige, der aufgrund seiner Intelligenz in der Lage war,
seinen Mitmenschen den eigenen Führungsanspruch klarzumachen.

Die Stärksten, denen es meistens an dieser Intelligenz mangelte,
wurden von den neuen Herrschern mit großem Wohlwollen behandelt.

Die Dümmsten der Starken wurden geringfügig an der Macht beteiligt,
man ernannte sie zu Unterführern
In dieser Position konnten sie dann ihre eigene, kleine Macht
hemmungslos gegenüber ihren Leidensgenossen austoben.

So wurde der Offizier geboren.

Wer als Unterführer den ihm unterstellten Haufen von Schlägern und
Rabauken am besten im Griff hatte,
was meist zu einigen Anfangsverlusten in den
eigenen Reihen führte, wurde zum Oberbefehlshaber ernannt.

Aber auch diese Regelung  hatte natürlich ihren Haken.
Die neuen Herrscher hatten zunächst vor lauter Freude über die
eigene Leistung etwas übersehen.
Da die frisch eingerichtete Truppe nun jeglicher Arbeitsleistung enthoben war,
und die Familienangehörigen sich nach kurzer Zeit weigerten, diese faulen
Nichtstuer  mit zu ernähren, mußte ein Ausweg gefunden werden.

Dieser fand sich schnell.

Man musste nur mit dieser Truppe die nächsterreichbare Dorfgemeinschaft überfallen,
deren Besitz rauben, die arbeitsfähigen jungen Leute als Sklaven verpflichten
(eine Gewerkschaft, die dies verhindern konnte, gab es noch nicht)
und die Beute unter den Mitgliedern der Truppe aufteilen.

Dies allerdings erst, nachdem der Herrscher für sich selbst und seine mit
ihm lebenden Schmarotzer den Löwenanteil (in der Regel so um die 99%)
für sich abgezweigt hatte.

Dieses System sollte sich als sehr leistungsfähig und dauerhaft  erweisen.
Es dauerte nicht lange, da ließen sich die Herrscher Titel für sich einfallen,
die ihren Untertanen ein für allemal klarmachten, daß sie einem besonderen Stand
angehörten, der sich selbstverständlich auf ihre Nachkommen vererbte,

Sie prägten für sich Begriffe, wie Häuptling,  Ritter oder Herzog;
auch Graf wurde sehr beliebt,
so entstand eine kuriose Kaste, die man später als Adel bezeichnen sollte. !

Da sich auf diese Weise nach einiger Zeit erhebliche Reichtümer
bei den Herrschenden ansammelte, hatten einige von ihnen
bald den Überblick über ihre Besitztümer verloren.
Sie wußten einfach nicht mehr, wieviel sie eigentlich besaßen,
und ob nicht vielleicht hin und wieder mal etwas abhanden kam.

Da sie jedoch (wie oben bemerkt) zu den intelligenten Mitgliedern
ihrer Spezies zählten, fand sich auch hier schnell ein Ausweg.
Eine Verwaltung mußte her.

Hierbei war dann die Personalauswahl schon schwieriger.
Die Truppenkaste  war zu dumm, am herrschenden System etwas auszusetzen
Also konnte man ihnen vertrauen.
Aber die Verwaltung der sich immer mehr anhäufenden
Reichtümer und Ländereien bedingte dann schon etwas mehr Durchblick.

Leider würde das aber zur Folge haben,
dass diese Verwalter das mit so viel krimineller Energie aufgebaute Düpierungssystem
durchschauen und auf den Einfall kommen könnten,
selbst zur herrschenden Klasse gehören zu wollen.

ZU  GEFÄHRLICH

Man brauchte also so etwas wie eine mittlere Intelligenz,
die zwar zum Verwalten reichte, Herrscherallüren aber ausschloß.
Auf diese Art entstand der Beruf des Beamten.

In der Zwischenzeit geschah etwas, das nur den Herrschern
und obersten Beamten bekannt wurde.
Es wurden für die inzwischen weit entwickelte Sprache Zeichen vereinbart,
die man zunächst mühsam in Steine meißelte,
später jedoch auf eigens dafür angebaute Blätter von Papyruspflanzen malte.
Die Schrift war erfunden.

Wie immer bei Erfindungen
(auch heute noch!)
kam es zunächst darauf an, zu verhindern daß dieses Wissen Allgemeingut wurde.
Was nützte die beste Vermögensaufstellung oder der
(für diesen) schlechteste Vertrag mit einem Unkundigen,
wenn jeder ihn lesen und verstehen konnte.
Natürlich merkten die Herrscher sehr bald, daß es sich auf Dauer nicht
vermeiden lassen würde, daß auch "Unwürdige" die Zeichen und Zahlen verstanden.
Da dies jedoch weitgehend verhindert werden mußte,
(wo käme man denn hin, wenn jeder alles verstünde)
wurden immer neue Sprachen entwickelt, die nur für Eingeweihte einen Sinn ergaben.
Die Fachsprache war erfunden.

Bei der Beschreibung dieser Entwicklung entsteht zunehmend die Schwierigkeit
alle Neuentwicklungen einigermaßen zeitgerecht darzustellen.
Vieles lief jetzt unaufhaltbar zeitgleich  ab.

Da die anfänglich verwendeten Knüppel längst nicht mehr ausreichten,
um jemanden eine bestimmte Meinung verständlich zu machen,
waren immer neue Waffen (so hieß das jetzt) entwickelt worden,
die immer zu einem Prozent der Versorgung mit Nahrungsmitteln und
zu neunundneunzig Prozent der Unterwerfung oder Vernichtung von Artgenossen dienten.

Die Vernichtung anderer Stämme, Dorfgemeinschaften oder ganzer Völker
(so hieß der meist zwangsweise von Herrschern verfügte Zusammenschluß von Dorfgemeinschaften)
war jedoch trotz aller Bemühungen
(ohne daß die Nützlichkeit der Bemühungen zunächst erkannt wurde)
so ineffektiv, daß sich die Art ständig vermehrte.

Natürlich hatte sich auch auf anderen Gebieten das Wissen ständig erweitert.
Aus diesem Grunde mußte sich das Lebewesen, dessen Entwicklung mit Adam
begonnen hatte, auch selbst einen Namen geben.
Man wählte den Ausdruck "Mensch".

Äußere Anzeichen dafür, dass Mensch mehr war als ein weiterentwickeltes Tier,
fanden sich allerdings kaum.
im Gegenteil, Mensch war eher kümmerlicher Gestalt.
Seine Verhaltensweise fiel vorwiegend negativ auf.

Inzwischen hatten sich sogenannte Intellektuelle
(so nannten sich jetzt immer diejenigen mit der jeweils unverständlichsten Fachsprache)
damit beschäftigt, all das unangenehme Tun des Menschen
und die daraus entstehenden schädlichen Folgen für die Allgemeinheit
auf irgendeine Art zu entschuldigen und zu erklären,
Ohne dass es dafür Entschuldigungen oder Erklärungen geben konnte.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü