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Eine der genialsten Erfindungen in der Entwicklung des Menschen war zweifellos
der Glaube.
Da die meisten Vorkommnisse und Ereignisse in der Natur für Mensch nicht erklärbar waren,
was jedoch Intellektuelle oder Gelehrte niemals zugeben durften,
wurde der Glaube von weisen Männern (weise Frauen gab es damals noch nicht ) erdacht.
Der Glaube erwies sich als außerordentlich hilfreich.
Wer nicht zu denen gehörte, der sich in der Vergangenheit Reichtümer, Ländereien
und bald ganze Erdteile unter den Nagel gerissen hatten, wurde damit beruhigt,
daß seine große Zeit noch kommen werde.
Meistens sollte diese nach seinem Tode stattfinden und durch irgendeine
göttliche Existenz veranlaßt werden.
Gott und der Glaube wurden natürlich an verschiedenen Plätzen auf der Welt gleichzeitig
(oder nur unwesentlich später)
erfunden, unterschieden sich allerdings nur durch die Namensgebung.
Natürlich waren die Aufgabengebiete dieser unterschiedlichen Götter nicht immer gleich.
Man strickte sich seinen Gott passend zum eigenen Lebenskonzept..
Die Herrscher brauchten je nach Intelligenzgrad unterschiedlich lange,
um den Nutzen des Glaubens für sich selbst zu erkennen.
Einige waren zunächst so erschreckt von der Tatsache,
daß sich ihre Untertanen zu eigenen Gedanken verstiegen,
dass sie zunächst versuchten, jeden Ansatz von Glauben zu unterdrücken.
Nach und nach jedoch wurde der Glaube auch für sie interessant.
Sie, die bisher mehr Schwierigkeiten hatten, ihren ungeheuren Reichtum
und den Herrscherstatus gegenüber ihren meist armen Untertanen zu begründen
( sofern sie dies überhaupt in Erwägung zogen)
konnten sich nun darauf berufen, daß sie von Gott eingesetzt waren.
Wann und wo dies geschehen sein sollte, konnte man dann dem Glauben überlassen.
Daß keine Erfindung etwas taugte, wenn sie nicht entsprechend zu vermarkten war,
wurde schnell klar.
Also schuf man eigens Vertriebsabteilungen für ,,Glaubenfragen,, .
Es bildeten sich schnell Strukturen heraus, die auf die unterschiedlichste
Weise für die Verbreitung von Glauben sorgten.
Anfängliche Befürchtungen der Herrscher, daß dieser Glaube ihre Macht in
Frage stellen könnte wurde durch Joint-
Diese durften nach Herzenslust ihren Glauben vermarkten
(besonders natürlich in ,,neu zugewonnenen" Regionen)
sie bekamen (und bekommen noch heute)
dafür die Unterstützung der Herrscher.
Die Vertragsteilnehmer krönten, weihten, und ernannten sich gegenseitig.
Da es nun für die jeweils Herrschenden sehr wichtig wurde,
daß *Glaube* sich lückenlos verbreite
wurden Glaubensvertriebsabteilungen teilweise nach Kräften unterstützt,
(es soll selbst heute noch so sein!)
ehe sie die Nützlichkeit des Glaubens für die eigenen Ziele begriffen.
Aus dieser Unkenntnis heraus verfügten sie dann zuweilen schon mal,
die Vertriebsleute zur Tierfütterung zu verwenden.
Aber auch die Geschäftsführer der Glaubensvertriebsfirmen begingen Fehler.
Es dauerte ein paar Jahrhunderte, ehe sie begriffen,
dass es weitaus effektiver war,
mit der passenden Anzahl Gläubigen im Rücken, die Herrscher der Welt,
ob Könige, Kaiser oder Feldherren
in die jeweils gewünschte Richtung *lenken* zu können, anstatt selbst herrschen zu wollen.
Es gab natürlich immer wieder einzelne Freigeister,
kluge Leute, die in der Lage waren,
das ,was Mensch als Glaube verkauft wurde, als grandiosen Schwindel zu enttarnen.
Sie konnten sich jedoch nicht durchsetzen.
. Denn eines hatten die Glaubenserfinder blitzschnell erkannt:
Der *Glaube* lohnte sich eigentlich für alle Menschen
Wandte man nämlich die selbst fabrizierten Glaubenssätze richtig an,
so konnte man damit jedes, aber auch wirklich jedes Verhalten
eines einzelnen Menschen entweder entschuldigen, oder,
wenn dies schon nicht möglich war, so doch vergeben.
Diese Praktiken kamen in den folgenden Generationen so gut an,
daß allmählich aus Glaubenssätzen eine Rechtsprechung wurde.
Flugs wurde eine Gerichtsbarkeit entwickelt, die eigens dafür gedacht war,
ein einmal begangenes Unrecht zunächst einmal daraufhin zu überprüfen,
ob der Verursacher aufgrund seiner Eigenheiten überhaupt eine andere Chance hatte,
als Unrecht zuzufügen.
Meist stellte sich heraus (und das ist auch heute noch so!)
daß dieses arme Geschöpf gar nicht anders konnte.
Um allen Einsprüchen gegen diese Sichtweise den Boden zu entziehen,
wurde ein Grundrecht geschaffen, daß die Rollen Opfer und Täter
weiterhin auf groteske Weise verschob
Die meisten sogenannten Grundrechte dienen vor allem Denjenigen,
die es mit den Gesetzen und Vorschriften nicht so genau nehmen.
Diese Grundrechte werden dann auch mit Zähnen und Klauen verteidigt,
vor allem von Denjenigen, die auf die Wahrung der Menschenrechte
sehr viel weniger Wert legen.
Diese Vorgehensweise hat sich bis zum heutigen Tage gehalten,
obwohl sie an Schwachsinn nicht mehr zu überbieten ist.
Die Herrschenden erließen die Gesetze und...
sie sorgten auch für die Schlupflöcher darin.
Immerhin, man kann ja nicht wissen, wer sich einmal in den Fängen der
Gerichtsbarkeit verheddern wird.
Da manche zudem Gleicher sind als andere, ist es wohl legitim, so dachte man,
Denjenigen eine Entkommensmöglichkeit zu bieten.
Vor allem natürlich der möglicherweise schuldig gewordenen herrschenden Klasse
Zwangsläufig entstand also in den folgenden Jahrtausenden eine komplexe Rechtsindustrie .
Natürlich wieder mit eigener Fachsprache.
Man mußte dem gemeinen Volk doch zeigen, daß es auch hier um Dinge ging,
von denen es nichts verstand.
Schließlich mußte die ernannte, beamtete Kaste dafür sorgen, daß Gesetze nicht
nur angewendet wurden, sondern sich auch den Erfordernissen zeitlich anpassten.
Dies um so mehr, als die Herrschenden zwar Gesetze en masse fabrizierten, deren Auswirkungen aber immer weniger überblickten.
deren Auswirkungen aber immer weniger überblickten.