Entwicklung der Menschheit

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Seite 9

Zwischenzeitlich hatten sich viele Intellektuelle
(Sie erinnern sich, das waren diejenigen, die sich für besonders
schlau hielten und über besonders unverständliche Sprachen verfügten)
sogenannten Wissenschaften zugewandt.
Wissenschaft war zunächst all das, was der Durchschnittsmensch nicht verstand
.
Im Volksmund hieß es bei einem schwierigen Problem
,,das ist eine Wissenschaft für sich",
was bedeuten sollte, halte dich da raus, das verstehst du sowieso nicht!

Wissenschaftler allerdings waren in der Lage, über vielerlei Probleme
“abstrakt" nachzudenken.
Das bedeutete aber auch, wenn sie eine Aufgabe vermeintlich gelöst hatten,
mußte zunächst wieder die Verbindung zum eigentlichen Problem hergestellt werden.

Dies erwies sich oft als nicht durchführbar.
So lagen zwar zuweilen Lösungen für ein Problem vor, das es noch gar nicht gab,
andererseits konnten wirkliche Probleme erst nach Jahren gelöst werden.
Aber was war denn eigentlich eine Lösung?

Eine Lösung war immer nur Abhilfe bei einem ganz, ganz kleinen Teilbereich eines Problems.
Meistens waren die Lösungen sogenannte Erfindungen.
Menschliche Lösungen hatten- und haben -  jedoch fast immer etwas Hinterhältiges an sich.
Jede Lösung zog unabänderlich ein, oder auch mehrere neue Probleme nach sich,
die man bis dahin noch gar nicht kannte.
Da man vor lauter Freude über einen neuen Erfolg der Wissenschaft eine
Erfindung oder Entdeckung als große Tat feierte, nahm man sich meist nicht
die Zeit, darüber nachzudenken, welchen Rattenschwanz
an unerwünschten Folgen die neue Großtat
wohl diesmal haben würde.

Da sich  inzwischen aus anfänglich kleinen Handwerksbetrieben immer größere
Einheiten entwickelten, die später als Industrie bezeichnet wurden,
Fand sich immer sehr schnell jemand, der in einer neuen Entwicklung das
große Geschäft sah.
Es ließ sich damit Geld verdienen.

Geld als Zahlungsmittel ersetzte dann auch bald als neue Erfindung die bisherige Tauschform
Da es beim Austausch von Waren oftmals schwierig wurde, z.B.
den Gegenwert einer Frau
(zu bestimmten Zeiten kostete diese fünf Ziegen und bis zu drei Kühe)
nach Hause zu tragen, begnügte man sieh zunehmend damit,
ein auf Metall oder Ton geprägtes Zahlungsversprechen mitzunehmen.
Man konnte die Ziegen und Kühe dann ein andermal abholen.
Noch besser, man konnte jemanden der gerade Ziegen und Kühe brauchte,
einfach die Geldstücke geben, und dieser holte sich dann die Ware selbst ab.
(Für Fachleute: so wurde auch das Streckengeschäft erfunden)

Natürlich funktionierte dies alles nur, wenn der Geldausgeber als Schuldner
auch ehrenhaft war.
Da dies zunächst nur unter Kaufleuten üblich war, konnte man davon in der Regel ausgehen
(doch, das war damals tatsächlich  so!).

Leider hatte sich aber auch bald die jeweilige Regierung von der Einsatzmöglichkeit
des Geldes überzeugt.
Sie begann schnell, diese neue Form der Bezahlung zu organisieren und an sich zu reißen
Sie ahnen schon, von da an war es mit der Ehrenhaftigkeit nicht mehr weit her.

Wenn die Regierung sich übernommen hatte, d.h. etwas mehr ausgegeben hatte,
als sie eigentlich besaß (man konnte ja selbst nachdrucken!)
erklärte sie das gegenwärtige Geld flugs für ungültig und gab neues aus,
das natürlich nicht mehr den gleichen Wert hatte wie vorher.
Da nun aber immer nur Diejenigen von einer solchen Umtauschaktion betroffen waren,
die das Geld aber nicht die Waren besaßen
(die Warenbesitzer konnten ja in Ruhe abwarten und für
die Waren nach dem Umtausch einfach neue Preise erfinden),
waren es wieder die gleichen Leute, denen es schlechter ging.

Es waren eigentlich die gleichen Zustände, wie vor der Revolution,
nur die Art der Ausbeutung hatte sich geändert.

Aber es gibt noch ein anderes gutes Beispiel, für durch Erfindungen produzierte Probleme.

Da ist das Beispiel der Erfindung eines Sprengstoffes.
Ein naiver Wissenschaftler erfand einen Stoff, der sich beim Verbrennen so schnell
ausdehnte, und mit einer solchen Gewalt, daß man damit in vielen Steinbrüchen
nicht mehr auf Arbeiter einprügeln mußte, um aus Felsen handliche Brocken zu schlagen.

Man bohrte ein paar Löcher, stopfte den erfundenen Sprengstoff hinein, hielt eine
Lunte daran, und schon flog ein halbes Gebirge in die Luft und
kam in kleinen Stücken wieder herunter.
Dieses Phänomen weckte sofort die Neugier einiger Militärfachleute.
Es dauerte kein Jahr, da hatte man diesen Stoff in Kanonenkugeln gefüllt
und sah mit großer Freude, daß die Angelegenheit auch bei allen möglichen
Gebäuden funktionierte.
Der arme Tüftler  hatte dies allerdings nicht bedacht, als er die Erfindung machte.

Es gibt jedoch auch Beispiele für nutzbringende Erfindungen.
So gelang es eines Tages, Atome zu spalten.
Sehr schnell stellte sich heraus,
(noch weit vor der Möglichkeit der zivilen Nutzung)
daß sich unter Verwendung dieser Technik auch Bomben bauen ließen,
die alle bis dahin bekannten Sprengstoffe um ein Vielfaches übertrafen.
Man baute natürlich solche Bomben .

Daß sich kurzfristig danach zwei feindliche Städte als Versuchsfeld anboten
wurde wohl als glücklicher Zufall betrachtet.

Allerdings war man dann doch sehr verärgert, daß hier nicht
nur ein Großteil der Bevölkerung getötet wurde,
sondern auch fast alle Gebäude zerstört waren.
Nur wenige Jahre benötigten Wissenschaftler, um die Bomben umzukonstruieren.
Nun wurden nur noch die Menschen ausgerottet.
Die Gebäude blieben alle erhalten. (Die Neutronenbombe war entwickelt worden)

Solche Entdeckungen in der Wissenschaftsdisziplin Medizin waren es auch,
die für ein immer schnelleres Wachstum der Menschen auf der Welt
als mitverantwortlich anzusehen sind.

In früheren Zeiten, waren nicht selten zwischen sechs und zwölf Kindern
in einer Ehe geboren worden.
Daß die Menschen sich nicht zu gewaltig vermehrten, dafür hatte die Natur gesorgt.
Wenn nicht die Hälfte der Kinder schon in den ersten Jahren an allen
möglichen Krankheiten starben, so schlug die Natur später mit einer Seuche zu,
die dann die überzählige Bevölkerung dahinraffte.

Wie unter Wissenschaftlern üblich, löste man auch hier ein Problem nach dem anderen.
Allerdings, wie schon bekannt, abstrakt.
Man erkannte Krankheitserreger, entwickelte Gegenmittel.
. Man entdeckte als Grund für die Kindersterblichkeit unter anderem
mangelnde Reinlichkeit und schaffte auch hier Abhilfe.
Es wurde geforscht und geforscht, man glaubte sich bereits mehrmals
dem Punkt nahe, daß man alle Krankheiten besiegen konnte.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen stieg und stieg.
War sie zur Zeit der alten Germanen noch etwa siebenunddreißig Jahre (!)
hatte man sie schon in wenigen Jahrzehnten auf über sechzig Jahre gebracht.
Niemand hatte allerdings noch in Erinnerung, daß ursprünglich die
Natur die Krankheiten als Regulativ eingesetzt hatte,
so, wie es auch im Tierreich normalerweise funktioniert.

Da der Mensch sich aber als weit abgehoben vom Tier sah,
(Kirchen´s hatten ja immer behauptet, er wäre direkt von Gott geschaffen worden)
hatte man versäumt, für die ausgerotteten Krankheiten ein anderes Regulativ,
nämlich die Geburtenkontrolle einzuführen.
Der Erfolg ist frappierend.
Heute sterben die meisten Menschen nicht mehr an Krankheiten,
sondern sie verhungern einfach mangels entsprechendem Wasser und Nahrungsmitteln.
Welch ein Fortschritt!

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